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Hitze, Schizophrenie und Sommerpause

Das Landleben geht weiter, trotz unsäglicher Hitze. Die Hitze setzt mir und meinem Viehzeugs unwahrscheinlich zu. Habe in den letzten Wochen meinen Sommerurlaub mit Els’chen verbracht – auf ‘nem Bauernhof im Nachbarort und ‘nem Hänger voller Schnapsbuddeln. War mal was anderes. Zuhause angekommen, mussten leider einige Todesfälle unter meinem Viehbestand beklagt werden. 15 Muttersauen, 100 Ferkel, 8 Pferde, 17 Enten und 72 Hühner segneten vorzeitig das Zeitliche – der Hitze und des Wassermangels wegen. Nun laufen hier in der Gegend dickbauchige Füchse herum und ich hab eindeutig weniger Arbeit. Gottseidank.

Die Kuh Marianne wollte ich schon lange meiner Verwurstungsmaschine zukommen lassen, brachte es aber irgendwie nicht übers Herz und hoffte darauf, dass auch sie die Hitze nicht überleben würde. Weit gefehlt. Sie überlebte und entwickelte während meiner Abwesenheit eine Form von Schizophrenie, indem sie sich einfach in Henriette umbenannte und meinte, dass sie ein reißender Wolf sei. Bei meiner Ankunft aus dem Sommerurlaub griff sie mich an und wollte mich offensichtlich auffressen, was freilich wegen ihres Wiederkäuergebisses misslang.

Ein Tierarzt kommt bei mir nicht auf den Hof – viel zu teuer. Also musste ich mir Marianne, welche sich in Henriette umbenannte, selbst vorknöpfen. Mein Els’chen hatte vor einiger Zeit ebenfalls eine schizophrene Phase und war in Behandlung bei dem Psychiater Dr. M. Buschmann, welcher ihr tonnenweise das Medikament Solian verschrieb. Els’chen nahm das Zeugs niemals ein, denn ich kurierte sie mit einer Wacholderschnapskur, die auch sofort anschlug und ihr Besserung verschaffte. In einem 50-Liter-Eimer, löste ich cirka 1.000 Tabletten dieses Psychopharmakas auf und mittels Güllepumpe, pumpte ich der Kuh Marianne/Henriette das Zeugs in ihren Pansen, Netzmagen, Blättermagen und Labmagen. 50 Liter sind für so eine Kuh nichts – die Mägen haben insgesamt ein Fassungsvermögen von bis zu 230 Litern.

Die schizophrene Kuh hat es zerlegt.

Leider unterlief mir beim Einflößen des Medikaments ein kleiner Fehler. Die Güllepumpe pumpte zu schnell, was einen lauten Knall und durch die Luft fliegende Mägen zur Folge hatte. Die Kuh Marianne/Henriette war explodiert. Die auf der Wiese verstreuten Leichenteile der schizophrenen Kuh, werde ich den bereits überfressenen, schwergewichtigen Füchsen und bereits am Himmel kreisenden Geiern überlassen, denn ich trink jetzt ermal ‘nen eisgekühlten Wacholderschnaps.

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Über observant2010

Das beobachtende Auge...

4 Antworten zu Hitze, Schizophrenie und Sommerpause

  1. Melly ⋅

    Ich lach mich halbtot über diesen Blog. Saugut – selten solch einen skurrilen Blog gelesen. Unbedingt noch mehr Artikel vom bloggenden Bauern. Eins mit Stern gibt das!!!

  2. Vielleicht könntest du mir ein Häppchen einfrieren, wenn möglich durchgewolft. Ich liebe gewolftes Rindfleisch. Aber einen schönen Knochen würde ich auch nicht verachten!
    Wacholderschnaps hab ich noch nicht getrunken, ich steh eher auf einen guten Bordeaux Wein.Ich war schon als kleiner Hund ständig besoffen!
    Ich sag dann mal Prost

    L.G. Diva

  3. http://bordeauxdogge.files.wordpress.com/2009/12/img_4534.jpg

  4. jokkel

    Wunderbar geschrieben :lol: enormes Unterhaltungspotenzial, den Feed nehm ich mit ;)

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